Ritva Nauha
Aila Kotilainen:
Ich habe Erinnerungen an die Sommerversammlungen aus meinem ganzen Leben, denn schon in meinem Elternhaus galt es als wichtig, zu den Sommerversammlungen zu fahren – und ebenso war es später in meiner eigenen Familie. Nur in einigen Sommern bin ich mit den kleinen Kindern zu Hause geblieben.

Von Aila Kotilainen
Meine frühesten Erinnerungen als kleines Mädchen stammen von den Sommerversammlungen in Ylivieska im Jahr 1950, doch genauere Erinnerungen habe ich bereits an die Versammlungen von 1957 in Kuopio. Ich erinnere mich daran, wie meine Mutter aus Bettlaken selbst ein Zelt nähte, das mit Schnüren an den Bäumen befestigt wurde. Wir schliefen direkt auf dem Boden, und es war kalt; Plastik gab es nicht, sodass wir auch dem Regen nicht entkamen. Jedes von uns Kindern bekam eine Decke mit, die während der Versammlung benutzt wurde, und wir trugen während der ganzen Reise dieselben Kleider. Mutter und Vater nahmen von zu Hause einfache, möglichst gut haltbare Lebensmittel mit: Brot, Butter, Dickmilch und einen blechgrossen Fischkuchen. An den Essensstellen wagte man kaum zu essen. In meiner Kindheit lagen bei den Sommerversammlungen alle Orte nahe beieinander. Es gab keine weiten Wege, und auch die Kinder brauchten keine Angst zu haben, sich zu verlaufen.
Die Sommerversammlungen in Ylivieska im Jahr 1963 erinnere ich als etwas Besonderes, auch weil ich gemeinsam mit meinem Mann Antti dort war. Unsere Hochzeit hatte nur zwei Wochen zuvor stattgefunden, am 15. Juni. Das junge Ehepaar übernachtete damals auf Wellpappe im Schulflur. Besondere Ausrüstung hatten wir nicht – nur ein einziges Laken. Die Kälte war daher oft ein „Gast“ bei unseren Unterkünften während der Sommerversammlungen.
Bei der Sommerversammlung in Pudasjärvi im Jahr 1972 erinnere ich mich, dass wir mit unserer Familie in einem Wohnwagen nahe am Wasser untergebracht waren. Damals ertrank ein Kriegsveteran, doch wegen der Hitze verspürte man dennoch das Bedürfnis, ins Wasser zu gehen. Oft wurde man müde, und die Heimreise begann manchmal früher als geplant.
Einmal schaffte es Antti, der Vater, nicht, die Rückfahrt in einem Stück zu fahren, sondern legte sich schlafen. Eines der Kinder musste sich übergeben, und so beschloss ich, die Fahrt mit der schlafenden Familie fortzusetzen, obwohl auch ich sehr müde war. Ich erinnere mich daran, wie ich mich jedes Mal zusammenreißen musste, wenn sich von hinten ein Auto näherte, um es vorbeizulassen. Auf der Brücke von Hännilänsalmi überlegte ich, ob ich selbst auch anhalten und schlafen sollte, fuhr dann aber weiter – und glücklicherweise schafften wir auch noch den Anstieg bei Kämärinmäki.
Als wir schliesslich im Hof ankamen, begann die Familie aufzuwachen, und ich seufzte ihnen zu, dass sie wohl noch nie in so gefährlicher Fahrt unterwegs gewesen seien wie diesmal. Noch heute habe ich das Gefühl, dass dabei viel Bewahrung im Spiel war.

Von Aila Kotilainen
In den arbeitsreichen Jahren der 1970er- und 1980er-Jahre unternahmen wir die Reisen zu den Sommerversammlungen mit unserer eigenen Familie meist mit einem Lastwagen, der normalerweise für den Ladenbetrieb genutzt wurde. Antti und die Jungen bauten daraus eine Unterkunft mit Schlafpritschen. Mindestens ein Gitterbett und eine Kommode für Geschirr und Lebensmittel wurden hineingestellt. Ich erinnere mich, dass der „Wohn-Lastwagen“ vor jeder Reise beim Landrat vorgeführt und genehmigt werden musste, damit auch im Laderaum Menschen transportiert werden durften – und die Genehmigung bekamen wir jedes Mal. Im Lastwagen fand alles Nötige Platz, das wir unterwegs brauchten. Oft dauerte die Reise zu den Sommerversammlungen von Freitagabend bis Sonntag, da man im Geschäft kaum länger frei nehmen konnte. Dennoch wurde jede Reise erwartet und war die Vorbereitungen wert.
Der Sommerurlaub wurde stets auf die Sommerversammlungen abgestimmt. Andere Reisen gab es kaum. Ich erinnere mich, dass nur sehr selten ein anderer Urlaubsort mit den Sommerversammlungen verbunden wurde. So war es bei den Sommerversammlungen 1975 in Turku, als wir die Burg von Turku besuchten. Damals war unser zehntes Kind im Mai geboren worden.
Mir scheint, dass man heutzutage bei den Sommerversammlungen fast wie in Einfamilienhäusern wohnt. Die Dienstleistungen haben sich von Jahr zu Jahr verbessert. Man muss zum Beispiel keine Mullbinden mehr als Windeln für Kinder verwenden, wie es früher der Fall war, die man in Eimern einweichte, an Waschstellen von Hand auswusch und unter anderem auf Ästen trocknete.

Von Aila Kotilainen
Heute höre ich die Übertragungen der Versammlungen gern zu Hause. Ich freue mich darüber, dass man durchgehend zuhören kann und auch die Programme in den Pausen so angenehm sind. Auch die Hausarbeiten erledige ich gern so, dass sie sich nicht mit den Predigten überschneiden. Nach dem Tod meines Mannes war ich einmal persönlich bei der Sommerversammlung in Kauhava 2023 und wohnte dort im Wohnwagen der Familie meines Sohnes. Über die Sommerversammlung des kommenden Sommers kann ich noch nichts sagen, doch im Moment fühlt es sich so an, als wäre die „Sommerversammlung von zu Hause aus“ sicher gut.
Abschließend stelle ich fest, dass sich zwar vieles im Praktischen verändert hat, die Versammlungen selbst jedoch – der Gesang, die Gemeinschaft der Gläubigen und dieses Erlebnis vom Himmel hier auf Erden an der Sommerversammlung – gleich geblieben sind.
Veröffentlicht in der Päivämies-Zeitschrift 20.1.2026
![]() |
Vorbereitungen der Sommerversammlung in KauhavaDie Sommerversammlung des Sommers 2026 in Kauhava wird bereits vorbereitet. Die Vorbereitungen werden im Frühjahr und im Sommer intensiviert. Das Kommunikationsteam wird eine Reihe von Blogeinträgen veröffentlichen, welche uns einen Einblick in die Vorbereitungen und Ideen hinter der Sommerversammlung geben. |

