Hilkka Saulio

Die Familie Saulio an der Sommerversammlung in Kruunupyy 1999. Auf dem Foto fehlt das Baby der Familie, das in einem Kinderwagen außerhalb des Zeltes schläft.
Saulio’s Familienalbum
Für die Weihnachtsfeiertage habe ich eine Schachtel mit Alben mit Fotos aus unserem Leben aus den Umzugskartons geholt. Darin befinden sich abwechselnd Bilder von Weihnachten, der Geburt meiner Kinder und von Sommerversammlungen (Suviseurat). Unsere erwachsenen Kinder blätterten sie durch und blieben stehen, um über die Anzahl der Menschen an der Sommerversammlung in Rautiosaari, nahe Rovaniemi zu staunen: 50 000 Menschen. Das Album enthält ein Pressefoto von einem Feld, auf dem – wie bekannt – Wohnwagen in schnurgeraden Reihen stehen. Wir haben uns gemeinsam gewundert, wie diese Menschenmenge nach Rautiosaari gepasst haben konnte oder wie es damals bei den Suviseurat so wenige Besucher gegeben haben kann.
Meine Gedanken schweifen in jene Zeit zurück, als es weder Internet noch Handys gab. Zum ersten Mal blieb ich mit wehmütigem Herzen der Sommerversammlung fern. Ich erwartete unser viertes Kind, das schon zu Mittsommer – einen Monat vor dem errechneten Termin – zur Welt kommen wollte. Als Gesellschaft blieb mir unsere damalige Jüngste, Annastiina, die noch nicht laufen konnte. Meine Sommerversammlung beschränkte sich auf zwei Stunden Radioübertragung.
Auch für meinen Mann Antero war diese Suviseurat-Reise mit zwei kleinen Jungen wohl nicht leicht. Die Betreuung der Jungen wurde jedoch sehr erleichtert durch die Unterkunft, die die Familie seiner Schwester im Obergeschoss ihrer Veranda mitten auf dem Versammlungsgelände zur Verfügung stellte. Von dort aus hatten sie einen herrlichen Blick über das gesamte Gebiet.
Dank unserer drei Kinder mit Behinderungen haben wir in der Regel Plätze in der ersten Reihe bekommen. Für den nur wenige hundert Meter langen Weg zum Versammlungszelt mussten wir dennoch mehrere Dutzend Minuten einplanen. Im Laufe der Jahre lernten Risto-Pekka und Elia zu unserer Freude, mit Hilfe eines Rollators zu gehen. Davor gab es jedoch eine Zeit, in der alle in irgendeiner Form befördert werden mussten.
Bei den Suviseurat in Kokkola, in Kruunupyy, passten wir nicht mehr auf das Behindertenareal, doch unser munterer Fünfjähriger schob den Rollstuhl seines großen Bruders, während ich den Kinderwagen mit dem Baby schob, auf dem Sitz oben sass das zweitjüngste Kind. Antero schob den Zwillingskinderwagen. Meine Mutter und mein Vater bewunderten unsere fröhliche Karawane. Sie stellten fest, dass es zwar viel Mühe erfordert, an den Suviseurat teilzunehmen, es sich aber lohnt, denn so wächst in den Kindern die Liebe, immer wieder zu den Versammlungen der Kinder Gottes zu kommen.
Im Laufe der Jahre sind auf dem Behindertenbereich immer wieder neue Familien dazugekommen, mit denen wir uns angefreundet, Alltagstipps ausgetauscht und eine besondere Verbundenheit erlebt haben. Wir haben die Vielfalt von Gottes Schöpfung bewundert und gemeinsam Stärkung aus Gottes Allmacht und seiner Führung im Leben erfahren.
Heute ist es ein wahrer Luxus, über die Landebahn zu gehen – glatt wie über eine Tischoberfläche –, denn aus den vergangenen Jahrzehnten erinnere ich mich an mindestens zwei Suviseurat, die völlig verschlammt waren. Am Ende war alles so voller Schlamm, dass wir für die Heimreise sowohl die Wagen als auch die Füße der Kinder in Säcke einpackten.
Aus jenen Zeiten taucht vor meinem inneren Auge wie auf einem Foto ein Bild vom Wohnwagenlager einer Verwandtenfamilie auf. Dort hingen auf einer unter das Zeltdach gespannten Wäscheleine gewaschene Kinderkleider zum Trocknen – mitten im strömenden Regen. Die Mutter der Familie sass ganz ruhig unter dem Vordach am Campingtisch, ass eine heisse Suppe und hörte den Versammlungen zu.
Beim Durchblättern der Fotoalben steigt vor meinem inneren Auge blitzartig ein Moment aus einem heißen Suviseurat-Tag auf: Ich war mit den Kindern im Wohnwagen, und eines von ihnen erbrach sich überall. Wir hatten einen geliehenen Wohnwagen. Ich weinte und kroch umher, um alles sauber zu machen.
Plötzlich schaute Grossmutter Ester zur Tür herein und fragte: „Was ist hier los?“ Ohne eine Antwort abzuwarten, legte sie mir die Hand auf die Schulter und segnete mich mit dem Evangelium. Zu keinem besseren Zeitpunkt hätte ich damals Grüsse vom Himmel empfangen können.
Die Suviseurat-Reisen mit der ganzen Familie wurden irgendwann zu aufwendig. Antero machte sich dann mit einem Teil der Familie auf den Weg zu den Versammlungen. Dass ich zu Hause blieb und die „Heim-Suviseurat“ verbringen konnte, wurde dadurch erleichtert, dass die Versammlungen in Echtzeit verfolgt werden konnten.
Oft bekam ich auch Besuch von Freunden, mit denen wir die Suviseurat gemeinsam zuhause verbrachten – mit Kaffee- und Essenspausen dazwischen. Manchmal dachte dann ein lieber Mensch an uns zu Hause Gebliebenen und schickte uns eine Postkarte von den Suviseurat.
Jetzt ist das Leben in eine Phase gekommen, in der wir wieder gemeinsam zu den Suviseurat fahren können. Dank Elia können wir sogar noch auf den Behindertenbereich gelangen, zu dem die Familien unserer Kinder gut kommen können, um ihre Kinder während des Versammlungstages zu versorgen. Und wie sehr wir uns alle freuen, wieder als gewachsene Familie zusammenkommen zu dürfen!
Veröffentlicht in der Päivämies-Zeitschrift 22.3.2026
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